Manuela Mustermann
Process
Für Whitehead ist Wirklichkeit im Wesentlichen das Werden. Alles Existierende ist ein Prozess der Selbstkonstitution, kein statisches Sein. Stabilität entsteht nur relativ, als wiederkehrendes Muster fortlaufender Aktualisierungen.
Actual occasion
Das Grundelement der Realität ist das Ereignis („actual occasion“). Ereignisse sind momentane
Akte des Werdens, in denen Vergangenes aufgenommen, integriert und zu neuer Realität entschieden wird.
Prehension
Jedes Ereignis ist innerlich auf andere bezogen. Relationen sind nicht äußerlich, sondern konstitutiv: Ein Ereignis ist, was es ist, durch die Weise, wie es andere Ereignisse „prehendiert“.
Prozess
Für Whitehead ist „process“ die ontologische Grundkategorie der Wirklichkeit. Sein ist nicht primär Substanz, sondern Werden. Alles Existierende entsteht durch einen zeitlich strukturierten Vorgang der Selbstkonstitution,
den Whitehead als „concrescence“ beschreibt. Dauerhafte Dinge sind Abstraktionen aus stabilisierten Prozessmustern. Wirklichkeit ist
daher kreativ, offen und prinzipiell unabschließbar. Die grundlegende metaphysische Tatsache ist nicht das Sein, sondern das fortwährende Hervorgehen von Neuem.
Ereignis
Das fundamental Wirkliche bezeichnet Whitehead als „actual occasion“. Ein Ereignis ist eine momentane Einheit des Werdens, in der Vergangenes aufgenommen, integriert und zu einer bestimmten Weise des Seins entschieden wird. Ereignisse sind zeitlich atomar, aber nicht isoliert: Sie entstehen aus der Welt und gehen in sie ein. Substanzen, Dinge und Personen sind für Whitehead Serien oder „Gesellschaften“ solcher Ereignisse mit ähnlicher Struktur.
Relationalität
Relationalität ist für Whitehead konstitutiv. Jedes Ereignis steht durch „prehensions“ in inneren Beziehungen zu anderen Ereignissen. Diese Beziehungen sind keine äußeren Verknüpfungen zwischen fertigen Einheiten, sondern machen deren innere Struktur aus. Ein Ereignis ist,
was es ist, durch die Weise, wie es andere Wirklichkeit aufnimmt, bewertet und transformiert. Ontologisch primär ist daher nicht das isolierte Einzelne, sondern das relationale Geflecht des Werdens.
Whitehead, A. N. (1926). Wie entsteht Religion? Frankfurt am Main, Suhrkamp.
Whitehead, A. N. (1929). Process and Reality. New York, The Free Press – 1978.
With the purpose of obtaining a one-substance cosmology, ‘prehensions’ are a generalization from Descartes‘ mental ‘cogitations,’ and from Locke’s ‘ideas,’ to express the most concrete mode of analysis applicable to every grade of individual actuality.
Whitehead, Alfred North. (1929). Process and Reality (Gifford Lectures Delivered in the University of Edinburgh During the Session 1927-28) (p. 19).
The explanatory purpose of philosophy is often misunderstood. Its business is to explain the emergence of the more abstract things from the more concrete things. It is a complete mistake to ask how concrete particular fact can be built up out of universals. The answer is, ‘In no way.’ The true philosophic question2 is, How can concrete fact exhibit entities abstract from itself and yet participated in by its own nature?
Whitehead, Alfred North. (1929). Process and Reality (Gifford Lectures Delivered in the University of Edinburgh During the Session 1927-28) (p. 20).
That how an actual entity becomes constitutes what that actual entity is;‡ so that the two descriptions of an actual entity are not independent. Its ‘being’ is constituted by its ‘becoming.’ This is the ‘principle of process.’
Whitehead, Alfred North. (1929). Process and Reality (Gifford Lectures Delivered in the University of Edinburgh During the Session 1927-28) (p. 23).